Archive for September 2007

Gesprächskreis 9

20. September 2007

Wir nähern uns dem Ende:

Was gibts nächstes Jahr? Möglicherweise wäre eine Auszeichnung des besten freien juristischen Internetprojekt.

Die Diskussion, ob man das machen soll ist eröffnet.

Alle scheinen damit einverstanden, bis auf einen und einige Enthaltungen.

Allerdings gibt es schon den LDW, der wöchentlich ein Projekt auszeichnet. Aber man muss sich die Sache überlegen und vielleicht andere Kriterien anlegen. Das wird man auch später – beim Abendessen – diskutieren.

Jetzt werden Gesprächstische eingerichtet zu den Themen:

Preisverleihung

Entscheidungssammlung

Zukunft des Gesprächskreises

Ein erster Vorschlag für den nächsten Gesprächskreis ist: Informationsquellen.

* * *

Der Gesprächskreis ist beendet. Wir sehen uns bei Tisch.

Gesprächskreis 8

20. September 2007

Ralf Zosel stellt nun die Frage, wie die Qualität der Handhabbarkeit der australischen Entscheidungen ist. Gibt es feste URLs? Sind die Urteile miteinander verlinkt?

Anfangs, 1995, gab es keine Zentrale für die Urteile. Das war ein großes Durcheinander. Mittlerweile gibt es eine Zentralstelle für die Entscheidungen. Aber es einige Zeit gedauert, bis ein einheitliches Format erstellt wurde, an das sich alle zu halten haben.

Die Vernetzung der Entscheidungen in Frankreich (von »OLGs« und des Gerichtshofes) hat sich erst vor kurzem entwickelt. Die OLG-Entscheidungen befinden sich mittlerweile auf einem Server. Problematisch ist der Zugriff von Dritten auf diese Sammlungen.

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Weiter stellt sich die Frage, ob eine Zertifizierung von solchen Onlineangeboten notwendig ist.

Rigo Wenning meint, man habe früher Schwierigkeiten gehabt, bei der Digitalisierung der Urteile des BVerwG. Die waren signiert. Aber es war nicht nur innovativ, sondern auch ein ordentlicher Pfusch.

Später bei 3WC, bei der Wenning jetzt tätig ist, hätte die Sache besser sein können. Es gibt Verfahren, die digitale Dokumente online sicher machen: xtml-signatur. Doch die Browserhersteller stellen sich quer. Um diese Sprache anzuwenden, bräuchten die Browser modernere Engines. Da weigern sich die Hersteller. Doch dank des Phishing stehen die Browserhersteller in der Pflicht. Bisher ist da aber noch keine Aktivität bekannt.

Gesprächskreis 7

20. September 2007

Nun wird diskutiert, was denn die Anforderung einer Entscheidung bei deutschen Gerichten kostet. Es gibt eine entsprechende Verordnung und man unterscheidet zwischen eine Anfrage zu wissenschaftlichen Zwecken und den anderen. Danach richtet sich der Preis von € 0,50 pro Seite, meint Herr Pannier.

In Frankreich ist die Situation komplizierter, man fordert ein Urteil (wenn man weiß, das es existiert, aber das ist das Problem!) bei der Kanzlei (Rechtspfleger/Geschäftsstelle) an. Man muss nur wissen, was man will. Die Kosten betragen:

€ 3,50 Urteil ohne Leitsatz
€ 7,50 Urteil mit Leitsatz

Es gibt keine Möglichkeit, den gesammelten Pool von Entscheidungen einzusehen. Man ordert die Entscheidung im Grunde auf gut Glück, ob sie für einen von Interesse ist oder nicht.

Herr Pannier meint, man sollte das als zukünftiges Thema aufgreifen: Wieviele amtliche Urteils-Sammlungen es in Europa gibt und wie man an die Sammlungen ran kommt.

In Australien sieht es ganz anders aus, teilt ein Kollege aus Australien mit, den unsere Diskussion befremdet: Ein Urteil bekommt man vom Gericht online. Die Urteile werden alle veröffentlicht. Der Download kostet nichts. Selbst die Parteien bekommen es nur noch online (d.h. sie können es herunterladen).

Gesprächskreis 6

20. September 2007

Jetzt war ich gefragt: Wie halte ich Qualität. Eine delikate Frage.

Ich schaue mir in der Regel zunächst Urteile an, die auf Seiten von Kollegen veröffentlicht werden, und nicht, was Kollegen dazu sagen.

Diese Urteile findet man auf den Kanzleiseiten der Kollegen. Oft handelt es sich um die gescannten Originale. Daran lässt sich schon ein Hinweis auf die Echtheit entnehmen. Die Qualität ergibt sich nicht zwingend der Gestaltung der Kanzleiseite. Die Regelmäßigkeit von Urteilsveröffentlichungen geben auch Hinweise auf die Qualität der Information.

Für mich ist das Bloggen eine Art Abfallprodukt der täglichen Arbeit. Wobei sich derzeit immer noch die Frage stellt, wie das Domainblog weiter gehandhabt wird.

Enriko Krüger meint, es sei für Blogger allenthalben schwer, an die Originalquellen heranzukommen. Aber das Problem haben mittlerweile auch ordentliche Redakteure.

Gesprächskreis 5

20. September 2007

Herr Silber fragt: Jeder nutzt Google. Google hat das Google-Karma. Bei Suchen erscheint vorrangig Wikipedia auf dem ersten Rang. Führt das nicht zu einer Verengung der Information und zieht einen Qualitätsverlust nach sich?

Michael Hensen: Aber Wikipedia-Einträge haben am Ende qualitätsgeprüfte Links, die weiterleiten, in der Regel zu qualitativ hochwertigen Inhalten. Damit findet wieder eine »Verbreitung« der Qualität statt.

Herr Gasnault bringt ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Wenn man Anwälten (digitale) Dokumentationen anbietet, verlangen diese hohe Qualität. Dazu gehören genaue Quellenangaben. Die brauchen Quellen für ihre Arbeit. Sind diese nicht genau, fallen auch sehr gute und richtige Artikel aus angebotenen Dokumentationen heraus.

Pause

Gesprächskreis 4

20. September 2007

Herr Gasnault arbeitet an einem Projekt, das die Gesetzgebung Frankreichs mit scharfen Augen überwacht. Der Gesetzgebungsprozess ist nicht immer sehr einsichtig und nachvollziehbar. Gasnault spürt Fehler im französischen Gesetzgebungsverfahren und den Gesetzen auf und macht diese öffentlich.

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Nun Hendrick Weizmann, der für Creativ Commons in Deutschland tätig ist. Auch hier stellt sich die Frage der Qualitätssicherung. Hier wird unter anderem kontrolliert, dass die Lizenzen nicht einfach nach Lust und Laune geändert. Deshalb werden lizenzierte Inhalte, bzw. die einzelnen Lizenzen gesammelt und werden so überprüfbar.

Auch hier gibt es eine Neuerung. In kürze wird ein Schlüsselsystem eingeführt, die Inhalt und Lizenz zu einem Hashwert verarbeitet, der auf sieben Jahre hinterlegt wird.

Gesprächskreis 3

20. September 2007

Welche Kriterien werden für die Qualitätssicherung allgemein in den einzelnen Juristischen Internetprojekten genutzt?

Ein französischer Kollege (Herr Vilbert) meint: [übersetzt etwa] 3 Maßnahmen zur QS bei jurispedia.org:

#1 Es wird nach Sprachen getrennt, denn jeder wird in seiner Sprache bessere Beiträge leisten.

#2 Nur Fachleute sollen sich äußern.

#3 Neutralität und Wahrheit sind der Maßstab, politisch gefärbte Texte werden gelöscht.

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Das sind organisatorische Maßnahmen.

Es gibt neben den inhaltlichen Kriterien auch die der Aktualität. Hier gilt das Beispiel Gesetzestext. Nichts ist älter als die letzte Gesetzesfassung vor der Änderung desselben. Man sollte also zum Beispiel das Datum der letzten Änderung veröffentlichen.

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Michael Weller:

Maßstab ist für den Nutzer auch, wer hinter dem Projekt steht. Seit ich Anwalt bin und das auf meinem Projekt kommuniziere, habe ich viel bessere Zugriffszahlen. Offensichtlich ist es den Menschen wichtig, dass der Betreiber Qualifikationen nicht nur durch die Inhalte aufweist.

Gesprächskreis 2

20. September 2007

Auf Fragen von Teilnehmern des Gesprächskreis:

Wie kann man Metadiskussionen um Artikeln begegnen. Und wie sieht es mit Diskussionen um politisch umstrittene Artikel oder solche, in denen sich Unternehmen schlecht dargestellt werde.

— Metadiskussionen sind nicht verhinderbar. Die Beiträger sind zu unterschiedlich in ihren Auffassungen. Es wäre wünschenswert, dass das unterbleibt.

— Bei diskutablen Einträgen in Wikipedia, kann man sich als Betroffener an Wikipedia selbst wenden – über die Kontaktseite. So hatte auch Atze Schröder Erfolg.

Gesprächskreis 1

20. September 2007

Karsten Huppert von Wikipedia. Er berichtet von der Qualitätssicherung bei Wikipedia.

Huppert stellt kurz das System Wiki am Beispiel Wikipedia vor. Jeder kann in Wikipedia Beiträge eintragen. Das kann auch zu Missbrauch führen. Darum wird jede Änderung geändert, es wird vermerkt von wem wann welche Änderung vorgenommen wurde. Alle Änderungen werden auf einer Spezialseite gesammelt (letzte Änderungen).

Leider klappt der Onlinezugriff auf Wikipedia nicht, so dass wir ohne praktische Darstellung informiert werden.

Alles wird geloggt und die Logs können von allen eingesehen werden. Auch Lücken in Artikeln werden angezeigt und Artikel mit mangelnder Objektivität und andere.

[Nun klappt der Zugriff auf Wikipedia]

Die Durchsuchungsmöglichkeiten des Wikis sind mannigfaltig. So gibt es den erst kürzlich in den Medien angesprochene Wikiscanner, der bestimmte Daten in Wikipedia findet.

Aufgrund der sehr zahlreichen Beiträgern zur Wikipedia, gibt es ein extrem hohes Datenaufkommen. Nun wird zwischen gesichteten Versionen (Editorsichtung) und geprüften Versionen unterschieden. Bei letzteren werden die Beiträge von Fachleuten gesichtet: Rechtschreibung, Lesbarkeit und Tiefe des Inhalts. Letzteres muss im deutschen Wikipedia erst noch eingeführt werden. Das kann im Oktober sein.

Gesprächskreis

20. September 2007

Ralf Zosel eröffnet die Veranstaltung, an der diesmal deutlich mehr französische Kollegen teilnehmen. Er mahnt, langsam zu sprechen.

Die Kameras laufen. Wir sind wohl online.

Erstmals wird im Gesprächskreis eine Pause nach ca. 45 Minuten eingebaut. Danach geht es weiter, ggf. auch länger als geplant.

Ralf Zosel blickt zurück auf vier Jahre Gesprächskreise.

Heutiges Thema ist auf Anregung von Rigo Wenning im vergangenen Jahr: Qualitätssicherung.