Archive for Oktober 2009

42.de

29. Oktober 2009

Die im Zuge der Einführung von Ein- und Zweizeichen- sowie reiner Zahlendomains der DENIC am 23.10.2009 erste registrierte Zahlendomain war:

42.de

Damit haben wir bereits die Antwort auf alle Unklarheiten der Vergabeaktion.

Und der die Domain registriert hat wusste definitiv, wo er sein Handtuch hat.

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Ende Vergabe am morgigen Freitag

22. Oktober 2009

Von kanzlei.de bekam ich folgende aktuelle Pressemitteilung:

Einstellige Domains: Einstweilige Verfügung gegen DENIC

Die Kanzlei e | s | b hat mit Blick auf den Beginn des morgigen DE-Registrierungsverfahrens (vgl. Kanzlei.de-News vom 16.10.2009) für ihren Mandanten, Inhaber der Einbuchstabenmarken E, F, G und X, Y, Z, am 21.10.2009 eine einstweilige Verfügung gegen die DENIC eG erwirkt. Hierin untersagt das Landgericht Frankfurt (Az. 2-06 O 515/09) der DENIC eG bei Meidung der üblichen Ordnungsmittel (Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, zu vollstrecken an ihrem Vorstand), die Domains „e.de“, „f.de“, „g.de“, „x.de“, „y.de“, „z.de“ bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt in Sachen 11 U 36/09 für Dritte als Domaininhaber zu registrieren.

Das scheint zunächsteinmal das Aus für die Vergabe kurzer .de-Domains.

Wir werden sehen, was in den kommenden Tagen weiter passiert.

Ein Blick auf die .de-Domainhysterie

22. Oktober 2009

Die .de-Hysterie, die seit einer Woche, nachdem DENIC die Vergabe der kurzen .de-Domains bekannt gegeben hat, grassiert, gibt weiter Anlass zu Kommentaren.

Man fragt sich, wer der Buhmann ist. Doch lässt sich der schwarze Peter niemanden allein zuschreiben. Man könnte sich auch fragen, ob es vielleicht ein blonder Peter ist, denn grundsätzlich ist die von DENIC zwangslancierte Freigabe kurzer .de-Domains eine gute Sache. Allerdings überrumpelte DENIC mit seiner kurzen Terminierung die Domainbranche. Hier hätte man besonnener agieren können, indem man einen Zeitraum von einem oder zwei Monaten ansetzte, statt 1 Woche. Gleichwohl hätte man damit die Versteigerungsauswüchse, die wir jetzt beobachten, wohl nicht verhindert. Das wäre alleine über ein Verfahren unmittelbar durch DENIC, etwa eine Verlosung der Domains möglich gewesen. Eine Verlosung, die rechtliche Risiken zukünftiger Domaininhaber allerdings nicht ausgeschlossen, sondern wohl eher verschärft hätte.

Daß Registrare mit ihren Angeboten teilweise ein schlechtes Licht auf die Branche werfen ist bedenklich, lässt sich wohl aber leider nicht verhindern. Dabei stellt sich dem Beobachter in der Regeln nicht einmal die Frage, ob die Aktionen legitim und eigentlich in Ordnung sind: Domains werden teilweise zu hohen Preise gehandelt und das zu Recht. Doch wahrgenommen werden die hohen Preise, die den Eindruck von Geldgier vermitteln und der meinungsbildend ist. Gutes Licht erzeugen wollen viele Registrare über Spenden, die aus dem Verkauf der kurzen .de-Domains gezogen werden sollen. Man fragt sich allerdings: Warum? Registrare sind Wirtschaftunternehmen, sie liefern eine Wertschöpfung indem sie ihre Dienstleistung erbringen. Warum sollten Unternehmen in so einer Situation die Einnahmen spenden? Fehlt da ein gewissen Selbstbewusstsein für das eigene wirtschaftliche Handeln? Und warum sollten sie ihre Kunden, wie es bei heise.de heißt, zu einer Spende nötigen?

Und wo € 30.000,- und deutlich mehr für eine einstellige oder zweistellige .de-Domain verlangt und geboten werden, da gibt es in der Tat Interessenten, die bereit sind, solche Preise zu zahlen. Der Markt ist vorhanden und auf diesen Markt reagieren die Registrare. Im Grunde ist das auch Teil der Wertschöpfungskette: Der Domaininhaber ist derjenige, der aus der Domain etwas macht – oder machen könnte. Doch Domainspekulanten sind in der Regel gar nicht an der Entwicklung einer Domain interessiert, selbst in Zeiten, in denen das Pay Per Click-Geschäft alles andere als rosig aussieht und Minisites gerade ihre geringe Verwertbarkeit zeigen. Der eigentliche Endnutzer wird jedoch kaum an seine Domain kommen; außer zahlungskräftige Wirtschaftsunternehmen oder Kennzeichnungsrechteinhaber, deren jeweils geschützte Zeichen aufgrund der Nutzung der kurzen Domain verletzt werden. Auch die Anwaltschaft wird ihren Teil des Domainkuchens erhalten.

Das alles ist nicht schön anzusehen. Aber wie hätte ein besseres Szenario für die .de-Kurzdomainvergabe ausfallen können? Die aufwändige Variante: wie andere Registries gezeigt haben, kann man zukünftige Domaininhaber sich um die Wunschdomain bewerben lassen, indem sie innerhalb einer Frist ein Konzept für die zukünftige Nutzung der Wunschdomain vorlegen. Die Auswahlkriterien für dieses Verfahren, insbesondere bei Mehrfachbewerbungen auf einzelne Domains wäre zu erarbeiten gewesen, ein Auswahlgremium hätte gebildet werden können. Die den Zuschlag erhalten verpflichteten sich innerhalb einer Frist, das Projekt auf die Beine zu stellen. Wer die Frist versäumte, hätte die Domain wieder abzugeben. – Aufwändig, zugegeben, aber machbar; und wahrscheinlich ansehnlicher als das, was wir im Moment beobachten.

Nun wollen wir freilich ersteinmal schauen, ob es tatsächlich am morgigen Freitag zu einer Registrierung der Domains kommt. Man weiß nie, was sich die Harpyien der Domainbranche alles ausdenken.

Die Domainbranche ein Arschloch? [UpDate 2]

20. Oktober 2009

Timo Reitnauer kommt angesichts des Trubels wegen der Urbarmachung kurzer .de-Domains zu dem Ergebnis: Die Domainbranche ist ein Arschloch und verweist auf die Geldmacherei, die zahlreiche Registrare mit der Vorbestellungen höchst unwahrscheinlich registrierbarer .de-Domains praktizieren.

Das Geld fließt zwar nicht überall in die eigenen Taschen, doch wird es Normalnutzern durch die Auktionspraxis unmöglich, eine der begehrten Ein- oder Zweistelligen Domains zu erlangen.

Ist die Domainbranche damit ein Arschloch? Es lässt sich darüber streiten. Immerhin spielen viele Registrare in Deutschland das Höchstgebotsspiel nicht mit. Andere liefern tolle Angebote wie

Knipp.de
Eine Ziffer        0.de, 1.de, 9.de        € 100.000,–
Ein Buchstabe        a.de, b.de, ö.de (xn--nda)        € 50.000,–

VarioMedia
Platz        Preis bei Erfolg        Preis für Vormerkung
1         20.000,00 €         2.000,00 €
2         18.000,00 €         1.800,00 €
3         15.000,00 €         1.500,00 €

domaindiscount24
Die Preise für Vorbestellungen für die neuen .DE Domains:
– Einstellige Domains (Buchstaben oder Zahlen):
25.000 EUR / 29.750 EUR inkl. MwSt. je Domain

DomainFactory in Zusammenarbeit mit der Domainbörse Sedo, wo auf die zukünftigen Domains reichlich geboten wird.
pc.de und tv.de stehen aktuell (20.10.2009, 14:44 Uhr) bei je € 36.000,–.

Die Angebote laufen weitestgehend darauf hinaus, die Einspielergebnisse zu spenden, was sicher keine schlechte Sache ist. Aber es gilt zu bedenken: bei den Preisen kann der Normalnutzer nicht mitspielen. Der Weg zu diesen Domains ist ihm verwehrt.

Doch einer nimmt den Quantensprung (mehr ist es nicht). Möglicherweise aus der Unfähigkeit heraus, den besonderen Registrierungsweg, den DENIC eG aufzeigt, zu beschreiten, versteigert er bei eBay kurzerhand seinen Registrierungszugang für einen kurzen Zeitraum um das Registrierungsfenster am 23.10.2009, 9:00 Uhr herum:

Wir bieten Ihnen den exklusiven und ausschließlichen Zugriff auf unseren Registrierungszugang (Queue) der DENIC eG für einen Zeitraum von 5 Stunden am Freitag, 23.10.2009 ab 08:30 Uhr (Start: 9:00 Uhr) an.

– Bestimmen Sie selber und alleine welche Domains als Erstes registriert werden!

Es könnte doch sein, dass die Domainbranche, zumindest teilweise, ein Arschloch ist.

Aber, es wird sich zeigen, ob die diversen Domaininhaber später glücklich mit ihren Trophäen werden. Denn sollte die Nutzung der jeweiligen Domain die Rechte eines Dritten verletzen, und der Zweizeichenmarken sind Legion, dann wird die teure Domain noch ein teures Nachspiel mit sich bringen.

[UpDate]
Mittlerweile hat sich auch 1&1 an die Sedoa(u)ktion angeschlossen.

[UpDate 2]
Knipp hat die Preise am 21.10.2009 gesenkt. Eine Ziffer wie 0.de, 1.de, 9.de kostet nun € 30.000,–.

Einstellige .de-Domains in Kürze [UpDate]

15. Oktober 2009

Denic hat heute angekündigt, ab dem 25. Oktober 2009, 09:00 Uhr, Domainregistrierungen für einstellige, zweistellige und KFZ-Kennzeichen- sowie reine Zahlen-.de-Domains anzunehmen.

Hintergrund dafür ist das laufende Verfahren im Streit um die Registrierung der Domain vw.de, in dem heute der Bundesgerichtshof »Fakten geschaffen« hat. In einer Erklärung gegenüber den Denic-Partner teilt Denic mit:

Wir werden daher die Domainrichtlinien mit Wirkung zum 25. Oktober 2009 9:00 Uhr (MESZ) ändern und die bisherigen Einschränkungen bei der Registrierung von Second-Level-Domains unterhalb von .de weitgehend abschaffen. Zugelassen werden künftig auch ein- und zweistellige Domains sowie reine Zifferndomains. Interessenten können außerdem Domains registrieren, die einem Kfz-Kennzeichen oder einer Top-Level-Domain entsprechen. So entsteht die Chance eine Vielzahl neuer Domains zu registrieren. Die Einführungsphase während der die neuen Domains registriert werden können startet am 25. Oktober 2009 9:00 Uhr (MESZ).

[Update]
Denic hatte sich am gestrigen Donnerstag noch korrigiert und den Start der Registrierung der Domains auf 23. Oktober 2009 vorverlegt.

Unter welcher TLD Domains registrieren?

12. Oktober 2009

Die Frage der Domain-Wahl hatte ich vor längerem bereits im Hinblick auf den Firmenname oder das Firmenschlagwort gestellt und später darauf erweitert, ob bei Unternehmensgründung nicht der Name sich aus der Domain ergeben könnte. Der Domainname wäre demnach weitestgehend geklärt – Spezialfragen, die individuell zu beantworten sind, bleiben immer. Nun fragt sich, welche Endung für die gewählt Domain opportun ist.

Die Frage nach der Domainendung richtet sich an zwei Kriterien aus:

— Mein Waren- und Dienstleistungs-Zielmarkt

— Verfügbarkeit der (gewünschten) Endung

Mein Markt
Die Domainendung, unter der man sein Angebot auf dem Markt präsentiert, richtet sich nach dem Markt. Sinnvollerweise spricht man den deutschsprachigen Markt unter den country code Top Level Domains .de, .at, und .ch an, wenn man seinen Sitz in Deutschland hat und diesen Markt bedienen will.

Ein Angebot, welches eine besonderere Form darstellt, lässt sich gegebenenfalls aber auch unter einer speziellen Endung präsentieren. Für Filmangebote bietet sich die als TV-Endung vermarktete .tv, Landesendung von Tuvalu, an; für Anbieter von Internetradio lässt sich die ebenfalls gesondert vermarktete Endung .fm, Landesendung von Mikronesien, nutzbar machen. Bekannte Beispiele für diese Genre sind giga.tv, arte.tv, last.fm und motor.fm.

Es gibt jedoch nicht nur traditionelle Länderendungen, die speziell vermarktet werden, sondern mittlerweile auch gezielt eingerichtete Endungen. So bietet sich für die Vermittlung von Job-Angeboten die Endung .jobs an; deutlich älter auf dem Markt ist .aero für alle Unternehmungen und Angebote, die sich auf die Flugindustrie kaprizieren. – Doch bergen diese besonderen Endungen das Risiko, dass sie am breiteren Markt vorbeigehen. Denn die seit vielen Jahren eingerichtete Endung .aero ist tatsächlich nur Kennern bekannt. Die nicht so alte Endung .job findet auch noch nicht die Resonanz, die ihr gebührt. Aus diesem Grunde wird man nicht umhinkommen, auf die bekannten Endungen ebenfalls zurückzugreifen. Dabei stellt sich wie so oft und bereits angesprochen das Problem der Verfügbarkeit:

Die Verfügbarkeit
Die bekanntesten und beliebtesten Domainendungen sind grundsätzlich die, unter denen man selbst sein Angebot präsentieren will. Maßgebend sind die generische Endung .com und die deutschsprachigen Endungen .de, .at, .ch, je nach dem wo man seinen Sitz hat oder welche Märkte (s. o.) man bedienen will.

Nicht immer wird die gewünschte Domain unter den erstrebenswerten Endungen zu haben sein. Es bestehen freilich Alternativen, wenn die Kernendungen nicht mehr verfügbar sind. Gerade deshalb sind Endungen wie .info und .biz eingeführt worden; aber auch die ersten generischen Endungen .org und .net stehen als Option bereit, zumal diese eher Eingang in das Nutzerwissen gefunden haben und unter diesen die Auffindbarkeit des eigenen Angebots deutlich besser ist als unter Exotenendungen.

Doch mit dem Umstand der nicht gegebenen Verfügbarkeit erhöht sich das Risiko einer Rechtsverletzung. Wählt man eine Ausweichendung, weil unter .com und .de die gewünschte Domain bereits vergeben ist, muss man verschärft etwaige Rechtsverletzungen prüfen. Die Gerichte sind sich weitestgehend einig, dass die Domainendung kein unterscheidungsfähiges Kriterium ist; dafür bürgen Entscheidungen wie steiff.com und bad-wildbad.com. Nur unter bestimmten Bedingungen entscheiden Gerichte unter Einbeziehung der konkreten Domainendung anders, so beispielsweise im Fall tipp.ag, bei dem das hOLG Hamburg meinte, die GmbH, die unter der Domain tipp.ag auftrete, täusche die von ihr angesprochenen Interessenten über ihre Rechtsform. Schließlich deutete der Bundesgerichtshof in seiner Enscheidung solingen.info an, dass es keine Rechtsverletzung angenommen hätte, wenn es um die Domain solingen.biz oder solingen.pro gegangen wäre, aber unter .info erwarte der Nutzer Informationen von der Stadt Solingen und nicht von einem Dritten über die Stadt Solingen.

Resümee
Die Frage nach der richtigen Domainendung für die eigene Internetpräsenz unterliegt also dem Markt, auf dem man sich begeben will, und der Verfügbarkeit der Domain unter der marktgerechten Domainendung. Mögliche Rechtsverletzungen sind immer vor Domainregistrierung zu prüfen.