Unter welcher TLD Domains registrieren?

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Die Frage der Domain-Wahl hatte ich vor längerem bereits im Hinblick auf den Firmenname oder das Firmenschlagwort gestellt und später darauf erweitert, ob bei Unternehmensgründung nicht der Name sich aus der Domain ergeben könnte. Der Domainname wäre demnach weitestgehend geklärt – Spezialfragen, die individuell zu beantworten sind, bleiben immer. Nun fragt sich, welche Endung für die gewählt Domain opportun ist.

Die Frage nach der Domainendung richtet sich an zwei Kriterien aus:

— Mein Waren- und Dienstleistungs-Zielmarkt

— Verfügbarkeit der (gewünschten) Endung

Mein Markt
Die Domainendung, unter der man sein Angebot auf dem Markt präsentiert, richtet sich nach dem Markt. Sinnvollerweise spricht man den deutschsprachigen Markt unter den country code Top Level Domains .de, .at, und .ch an, wenn man seinen Sitz in Deutschland hat und diesen Markt bedienen will.

Ein Angebot, welches eine besonderere Form darstellt, lässt sich gegebenenfalls aber auch unter einer speziellen Endung präsentieren. Für Filmangebote bietet sich die als TV-Endung vermarktete .tv, Landesendung von Tuvalu, an; für Anbieter von Internetradio lässt sich die ebenfalls gesondert vermarktete Endung .fm, Landesendung von Mikronesien, nutzbar machen. Bekannte Beispiele für diese Genre sind giga.tv, arte.tv, last.fm und motor.fm.

Es gibt jedoch nicht nur traditionelle Länderendungen, die speziell vermarktet werden, sondern mittlerweile auch gezielt eingerichtete Endungen. So bietet sich für die Vermittlung von Job-Angeboten die Endung .jobs an; deutlich älter auf dem Markt ist .aero für alle Unternehmungen und Angebote, die sich auf die Flugindustrie kaprizieren. – Doch bergen diese besonderen Endungen das Risiko, dass sie am breiteren Markt vorbeigehen. Denn die seit vielen Jahren eingerichtete Endung .aero ist tatsächlich nur Kennern bekannt. Die nicht so alte Endung .job findet auch noch nicht die Resonanz, die ihr gebührt. Aus diesem Grunde wird man nicht umhinkommen, auf die bekannten Endungen ebenfalls zurückzugreifen. Dabei stellt sich wie so oft und bereits angesprochen das Problem der Verfügbarkeit:

Die Verfügbarkeit
Die bekanntesten und beliebtesten Domainendungen sind grundsätzlich die, unter denen man selbst sein Angebot präsentieren will. Maßgebend sind die generische Endung .com und die deutschsprachigen Endungen .de, .at, .ch, je nach dem wo man seinen Sitz hat oder welche Märkte (s. o.) man bedienen will.

Nicht immer wird die gewünschte Domain unter den erstrebenswerten Endungen zu haben sein. Es bestehen freilich Alternativen, wenn die Kernendungen nicht mehr verfügbar sind. Gerade deshalb sind Endungen wie .info und .biz eingeführt worden; aber auch die ersten generischen Endungen .org und .net stehen als Option bereit, zumal diese eher Eingang in das Nutzerwissen gefunden haben und unter diesen die Auffindbarkeit des eigenen Angebots deutlich besser ist als unter Exotenendungen.

Doch mit dem Umstand der nicht gegebenen Verfügbarkeit erhöht sich das Risiko einer Rechtsverletzung. Wählt man eine Ausweichendung, weil unter .com und .de die gewünschte Domain bereits vergeben ist, muss man verschärft etwaige Rechtsverletzungen prüfen. Die Gerichte sind sich weitestgehend einig, dass die Domainendung kein unterscheidungsfähiges Kriterium ist; dafür bürgen Entscheidungen wie steiff.com und bad-wildbad.com. Nur unter bestimmten Bedingungen entscheiden Gerichte unter Einbeziehung der konkreten Domainendung anders, so beispielsweise im Fall tipp.ag, bei dem das hOLG Hamburg meinte, die GmbH, die unter der Domain tipp.ag auftrete, täusche die von ihr angesprochenen Interessenten über ihre Rechtsform. Schließlich deutete der Bundesgerichtshof in seiner Enscheidung solingen.info an, dass es keine Rechtsverletzung angenommen hätte, wenn es um die Domain solingen.biz oder solingen.pro gegangen wäre, aber unter .info erwarte der Nutzer Informationen von der Stadt Solingen und nicht von einem Dritten über die Stadt Solingen.

Resümee
Die Frage nach der richtigen Domainendung für die eigene Internetpräsenz unterliegt also dem Markt, auf dem man sich begeben will, und der Verfügbarkeit der Domain unter der marktgerechten Domainendung. Mögliche Rechtsverletzungen sind immer vor Domainregistrierung zu prüfen.


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