Neue Domain-Endung verlangt Handeln

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Vielen ist noch nicht klar, worum es sich bei den neuen Domain-Endungen handelt und was deren Einführung für sie bedeuten kann. Im Laufe der letzten Wochen und Monate hat sich mein Bild bezüglich der neuen Domainendungen und deren Bedeutung für Unternehmen und Kennzeicheninhaber deutlich geändert. Ich beobachte die Entwicklung hin zur Einführung neuer Top Level Domains seit Jahren. Meine Skepsis ist in vielerlei Hinsicht gewichen. Ich halte es mittlerweile für unabdingbar, dass Unternehmen sich vertieft mit der Einführung neuer Domainendungen auseinandersetzen und gegebenenfalls dahin arbeiten, sich um eine eigene Endung zu bewerben. Das alles muss jetzt geschehen, andernfalls ist es für eine Bewerbung Anfang 2012 zu spät.

Einleitung

Domain hat jeder. »Domain« ist der Begriff links vom Punkt. Wie bei »domain-recht.de«. Die jetzt neu hinzukommenden Domains sind Endungen, das heisst die Zeichen rechts vom Punkt, wie .de, .com usw. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche neue Domain-Endungen eingeführt worden, wie .info .eu und .tel. Doch bei der jetzt anstehenden Einführung neuer Domainendungen sind zwei Dinge anders: Die Endungen werden verständlicher, wie etwa .berlin oder .shop. Und zweitens darf im Grunde jeder so eine Endung haben, weshalb es bald .canon und .hitachi geben wird. Beide Konzerne haben frühzeitig verkündet, sich um entsprechende Endungen bewerben zu wollen. Aus diesem Grunde sind die neuen Endungen für Unternehmen nicht nur sehr interessant. Sie können für Unternehmen die Zukunft bedeuten. Ob das der Fall für den eigenen Konzern oder das eigene Unternehmen ist, sollte man prüfen.

Die neuen Endungen können für Konzerne und Unternehmen große Bedeutung gewinnen. Da sind Marketingaspekte, aber auch Sicherheitsfragen. Marketing bedeutet, das Unternehmen und seine Kunden finden sich effektiver. Kunden können sich sicher sein, dass sie wirklich mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Unternehmen bestimmen, welche Domainnamen unter ihrer Endung registriert und wozu sie genutzt werden. Unternehmen können unternehmensinterne Strukturen aufbauen, die es selber besser darstellen und die die interne (aber auch die externe) Kommunikation verbessern. Das Branding des Unternehmens wird auf eine neue Ebene gehoben.

Sollte man wirklich …? Die eigene Domain?

Das klingt alles sehr gut und sehr schön. Doch braucht man das? Dieser Frage muss man sich als Unternehmen stellen. Immerhin kommen horrende Kosten auf einen zu, die zumindest von anderen Ausgaben, wie die für Werbung, abgezogen werden, bzw. umgeleitet werden in ein anderes Programm: die eigene Domainendung. Die Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften oder Fernsehspotts müssten – ein wenig – zurückgefahren werden. Zahlen? Die Implementierung einer neuen Domainendung kann sicher EUR 500.000,– kosten und in den Folgejahren der Betrieb der Domainendung regelmäßig EUR 100.000,– und mehr.

Zurück zur Frage: Braucht man das? – Da muss jeder seine Antwort finden. Aber eines ist sicher: die neuen Domainendungen kommen. Sie kommen spätestens Anfang 2013. Damit man dabei ist, muss man sich jedoch zwischen 12. Januar und 12. April 2012 darum bewerben. Und wer da nicht dabei ist, kommt zu spät und mag sich dann ärgern, weil unklar ist, wann die nächste Möglichkeit besteht, sich um eine eigene Domainendung zu bewerben.

Um aber Anfang 2012 dabei zu sein, muss man jetzt handeln. Danach mag es Jahre lang keine weiteren neuen Endungen geben. Das kann die Zukunft des eigenen Unternehmens unterminieren.

Was also ist zu tun?

Zunächst sollte man sich klar darüber werden, welche Bedeutung die Einführung neuer Domainendungen hat. Als Unternehmen geht es schlicht darum, zu prüfen, welchen Einfluss neue Endungen und eine eigene Endung (zu schweigen die von den Wettbewerbern) auf die eigene Zukunft und zukünftige Märkte hat. Das zu explorieren ist nicht einfach. Informationen von Beratungsunternehmen wie Mind+Machines weisen darauf hin, dass sich mittlerweile zahlreiche Unternehmen über die Bewerbung informieren. Es werden zahlreiche Unternehmen ihre Brandings als Domainendung registrieren lassen, wie die bereits erwähnten Konzerne Canon und Hitachi. Die tatsächlichen Zahlen und Bewerber wird ICANN jedoch erst zwei Wochen nach Ende der Bewerbungsphase bekannt geben.

Hat man sich Klarheit über mögliche Konsequenzen geschaffen, die sich aus der Einführung neuer Domainendungen für die eigene Unternehmens- und Marktentwicklung ergeben, wird einen in der Folge die Überlegung umtreiben, ob man selbst eine solche Endung braucht und ob man sie auch finanzieren kann. Aber selbst wenn man eine eigene Endung – auch in der ferneren Zukunft – nicht für notwendig erachtet, kommt man nicht umhin zu klären, wie man sein Branding, seine Marken und Unternehmenskennzeichen im Hinblick auf die neuen Endungen – passiv – schützt. So oder so kommt man also nicht umhin, sich nicht nur oberflächlich zu informieren, sondern in die Tiefe zu gehen und ggf. Fachleute beizuziehen, gerade wenn es um den Schutz eigener Kennzeichenrechte geht.

Empfehlungen und ein Zeitplan von John Matson

John Matson ist Berater (Mitbegründer und COO von Architelos). In einem Artikel gibt er Informationen darüber, wie man sich auf eine Bewerbung um eine eigene Domainendung vorbereitet. Wichtiger aber: er gibt ein Zeitgerüst, das einerseits deutlich macht: die Zeit drängt. Zugleich gibt es jedoch auch Zuversicht: man kann es schaffen.

Die drei Phasen des Zeitplans, deren erste so gut wie abgelaufen ist, lauten:

Feststellen, was man machen will (Juli bis August)

Wähle Deine Partner (September bis Oktober)

Bereite die Bewerbung vor (November bis Dezember)

Der Artikel ist unbedingt lesenswert, um ein Gefühl für die nächsten Schritte zu erhalten.

Der Zeitplan

Viel Zeit für die notwendigen Aufgaben besteht nicht mehr. Die Bewerbung muss in fünf Monaten abgegeben werden.

Binnen kürzester Zeit sollte man sich über die Einführung neuer Domainendungen informieren und prüfen, ob man sich selbst um eine Top Level Domains bewerben will und wie diese lauten soll. Im Grunde müßte dieser Vorgang bis Ende August/Anfang September abgeschlossen sein.

Dann stellt sich die Frage der Umsetzung. Man braucht kompetente Partner, die Rechtsfragen, Marketingstrategien und die konkrete, später technische Umsetzung bewerkstelligen. Hier kann man sich ebenfalls im Internet informieren. Zahlreiche Unternehmen bieten sich als technische Dienstleister bei der Implementierung und Verwaltung der neuen Domainendungen an. Dazu zählen nic.at, die österreichischce Domain-Verwaltung, Afilias, die Verwaltung von unter anderem .ino und .mobi, und Minds+Machines in Kooperation mit anderen Unternehmen, um nur die prominentesten Anbieter zu nennen.

newdomains.org
Doch besser und konkreter wird es auf der am 26. und 27. September 2011 anstehenden »Munich Conference on New Top Level Domains« in München. Diese Veranstaltung organisiert united-domains AG, für die ich tätig bin. Das mag nun wie Werbung klingen, doch – wie eingangs gesagt – meine Skepsis gegenüber neuen Domains hat sich gewandelt und ich halte es für Unternehmen für unabdingbar, sich mit der Frage neuer Domainendungen auseinanderzusetzen.

Auf der Konferenz haben Sie die Möglichkeit

_ zu lernen, wie man seine eigene Endung erlangt [Learn how to get your own .brand Domain (e.g. http://www.cars.bmw)]

_ wie man eigene Kennzeichen unter den hunderten zu erwartenden neuen Top Level Domains schützt [Learn how to protect your brands and trademarks under hundreds of new domain extensions.]

_ wie man erfolgreich die eigenen Domain-Verwaltung führt [Learn how to successfully run your own domain-registry]

Dort treffen Sie auf die Fachleute, die Ihnen in Rechts-, Sach- und technischen Fragen weiterhelfen und die mit Ihnen nicht nur die Bewerbung zum Abschluss bringen, sondern danach auch als technischer Dienstleister zur Seite stehen. Die Referenten, die dort zu Wort kommen, sind die besten Weltweit. Unter anderem kommt Steve Crocker, Vorsitzender des ICANN-Direktoriums. Aber – wie gesagt – dort finden Sie die Fachleute für alle Belange, die mit einer Bewerbung und der technischen Administration der neuen Top Level Domains einhergehen. Und Sie treffen Juristen, die Ihnen beim Schutz Ihrer Kennzeichen weiterhelfen, auch wenn Sie sich gerade nicht um eine eigene Domainendung bewerben wollen, aber im Hinblick auf Hunderte neuer Endungen einen Plan zum Schutze Ihrer Kennzeichen entwickeln müssen.

Von der Konferenz bis zur Abgabe einer Bewerbung sind es nur 3 1/2 Monate. Dazwischen liegen Weihnachten und Neujahr, die für ein solches Projekt zeitraubend sind. Die Abgabe für Bewerbungen beginnt am 12. Januar 2012 und endet am 12. April 2012. Das sind drei Monat. Und in nurmehr fünf Monaten muss man soweit sein und die eigene Bewerbung fertig haben.

Der nächste Schritt

Es bleibt nicht viel Zeit. Informieren Sie sich jetzt:

zum Beispiel auf dem Projekt domain-recht.de, das ich zusammen mit Rechtsanwalt Florian Hitzelberger betreue. – Im wöchentlichen Newsletter, den man auf der Seite kostenlos abonnieren kann, informieren wir wöchentliche über die Entwicklung der neuen Domainendungen. Im Archiv finden Sie zahlreiche Artikel dazu, um einen erste Vorstellung davon zu bekommen, um was es geht.

Einen kurzen Überblick über die Situation gibt Afilias in einer 14 Seiten starken Broschüre „Envisioning Your .BRAND New World, A Field Guide for Brand Builders„, nebst einem Video dazu.

Sie finden zahlreiche Informationen auf der News-Seite Circleid.com, auf der Fachleute erhellendes über die Einführung neuer Endungen vermitteln.

Sie können sich aber auch gleich auf das von ICANN verabschiedete Bewerberhandbuch (Applicant Guide Book – AGB) stürzen. Das ist eine schwierige Materie, aber es enthält die präzisen Vorgaben, was für eine Bewerbung um eine Domainendung verlangt wird.

Mit der Lektüre dieser Informationen haben Sie den ersten Schritt getan. Danach könnten Sie die Prüfung, ob für Sie eine eigene Endung in Betracht kommt, starten:

Die Überlegungen und Aufgaben, die Sie jetzt angehen müssen, beschreibt Alex Tajirian in seinem Artikel New gTLD Applicants Must Reduce Cognitive Biases.


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